Heizen mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe (Klimaanlage): Vorteile, Nachteile, Kosten, Vergleich zu Gas & Wärmepumpe. Effizient, nachhaltig & zukunftssicher.
- Felix Biering
- 27. Juli 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Einleitung: Warum das Heizen mit einer Klimaanlage immer relevanter wird
Das Thema Heizen mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe gewinnt stark an Bedeutung. Steigende Gaspreise, der Ausstieg aus fossilen Energien und strengere gesetzliche Vorgaben (GEG) sorgen dafür, dass Eigentümer nach energieeffizienten, elektrischen Heizsystemen suchen. Moderne Klimaanlagen mit Heizfunktion sind längst keine Übergangslösung mehr, sondern eine vollwertige Alternative zu Gasheizung, Ölheizung oder Nachtspeicherheizung.
Dieser Beitrag erklärt detailliert, wie eine Luft-Luft-Wärmepumpe funktioniert, welche Vorteile und Nachteile sie hat, wie sie sich im Vergleich zu anderen Heizsystemen schlägt und für welche Gebäude sie besonders geeignet ist.
Was ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe? (Definition & Einordnung)
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist technisch gesehen eine elektrische Wärmepumpe, die Umweltenergie aus der Außenluft nutzt und diese direkt als Warmluft in Innenräume abgibt. Umgangssprachlich wird sie häufig als Klimaanlage zum Heizen oder Split-Klimaanlage mit Heizfunktion bezeichnet.
Wie funktioniert das Heizen mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe?
Das Heizprinzip basiert auf dem klassischen Wärmepumpenkreislauf:
Die Außenluft wird angesaugt (auch bei Minusgraden)
Ein Kältemittel entzieht der Luft thermische Energie
Ein Inverter-Verdichter erhöht das Temperaturniveau
Die erzeugte Wärme wird als Warmluft in den Raum abgegeben
Dank moderner Inverter-Technologie können Luft-Luft-Wärmepumpen auch bei Außentemperaturen von –15 bis –20 °C effizient heizen. Der saisonale Wirkungsgrad (SCOP) liegt häufig zwischen 3,5 und 5,0.
Vorteile: Warum sich das Heizen mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe lohnt
1. Hohe Energieeffizienz
Mit einem COP von bis zu 5 erzeugt das System ein Vielfaches der eingesetzten elektrischen Energie als Wärme.
2. Niedrige Investitionskosten
Im Vergleich zu Luft-Wasser-Wärmepumpen oder Erdwärmepumpen sind die Anschaffungskosten deutlich geringer.
3. Heizen und Kühlen mit einem System
Eine Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion deckt Sommer- und Winterbetrieb ab – kein zweites System notwendig.
4. Schnelle Reaktionszeit
Im Gegensatz zu Fußbodenheizungen wird Wärme sofort spürbar.
5. Ideal für Photovoltaik
In Kombination mit einer PV-Anlage entsteht ein strombasiertes, nahezu autarkes Heizsystem.
6. CO₂-arm & zukunftssicher
Keine fossilen Brennstoffe, keine Emissionen vor Ort, kompatibel mit der Energiewende.
Nachteile und Einschränkungen (transparent & ehrlich)
Keine Warmwasserbereitung
Warmluft statt Strahlungswärme
Abhängigkeit von Strompreisen
Diese Punkte lassen sich durch Hybridlösungen, Dämmmaßnahmen oder Zusatzsysteme kompensieren.
Vergleich: Luft-Luft-Wärmepumpe vs. andere Heizsysteme
Luft-Luft-Wärmepumpe vs. Gasheizung
Kriterium | Luft-Luft | Gas |
CO₂-Ausstoß | Sehr gering | Hoch |
Betriebskosten | Niedrig | Stark schwankend |
Wartung | Gering | Hoch |
Zukunftssicherheit | Hoch | Gering |
Luft-Luft-Wärmepumpe vs. Luft-Wasser-Wärmepumpe
Kriterium | Luft-Luft | Luft-Wasser |
Heizkörper nötig | Nein | Ja |
Warmwasser | Nein | Ja |
Investition | Niedrig | Hoch |
Nachrüstung | Einfach | Aufwendig |
Luft-Luft-Wärmepumpe vs. Infrarotheizung
Deutlich geringere Stromkosten
Höhere Effizienz
Bessere Skalierbarkeit
Für welche Gebäude ist das System ideal?
Sehr gut geeignet für:
Neubauten
KfW-Effizienzhäuser
Passivhäuser
Sanierte Einfamilienhäuser
Ferienhäuser & Büros
Eingeschränkt geeignet für:
Gebäude mit sehr hoher Heizlast
Kosten, Wirtschaftlichkeit & Betrieb
Anschaffungskosten
Single-Split-System: ab ca. 2.500–4.000 €
Multi-Split-System: ca. 6.000–12.000 €
Betriebskosten
Bei guter Dämmung oft 30–50 % günstiger als Gasheizungen.
Förderung
Luft-Luft-Wärmepumpen sind aktuell nicht immer BAFA-förderfähig, profitieren aber indirekt durch Sanierungsprogramme.
Fazit: Warum Luft-Luft-Wärmepumpen stark unterschätzt werden
Das Heizen mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe ist eine wirtschaftliche, effiziente und klimafreundliche Lösung – insbesondere für moderne und sanierte Gebäude. Durch niedrige Investitionskosten, hohe Effizienz und flexible Einsatzmöglichkeiten stellt sie eine echte Alternative zu klassischen Heizsystemen dar.
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FAQ – häufige Fragen zum Heizen mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe
Kann eine Klimaanlage im Winter wirklich heizen?
Ja. Moderne Klimaanlagen sind technisch vollwertige Luft-Luft-Wärmepumpen und können auch bei tiefen Außentemperaturen zuverlässig und effizient heizen.
Ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe eine echte Alternative zur Gasheizung?
In gut gedämmten Gebäuden ja. Sie bietet geringere Betriebskosten, keine fossilen Brennstoffe und hohe Zukunftssicherheit.
Wie effizient ist das Heizen mit einer Klimaanlage?
Je nach Gerät und Gebäude liegt der COP zwischen 3 und 5. Das bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden bis zu 5 kWh Wärme.
Für welche Gebäude eignet sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe besonders?
Ideal für Neubauten, sanierte Altbauten, Einfamilienhäuser, Ferienhäuser und Büros mit gutem Dämmstandard.
Kann eine Luft-Luft-Wärmepumpe mit Photovoltaik kombiniert werden?
Ja. In Kombination mit einer PV-Anlage entsteht eine sehr wirtschaftliche, strombasierte Heizlösung.
Ist das Heizen mit Warmluft komfortabel?
Ja. Moderne Systeme arbeiten leise, gleichmäßig und ermöglichen eine sehr schnelle Temperaturregelung.
Lohnt sich das Heizen mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe wirklich?
Ja, das Heizen mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe lohnt sich insbesondere in gut gedämmten Gebäuden. Durch die hohe Effizienz (COP/SCOP häufig zwischen 3 und 5) erzeugt das System ein Vielfaches der eingesetzten elektrischen Energie als Wärme. Die Investitionskosten sind im Vergleich zu anderen Wärmepumpen niedrig, die Betriebskosten überschaubar und das System ist zukunfts
Ist eine Klimaanlage eine echte Alternative zur Gasheizung?
In vielen Fällen ja. Moderne Klimaanlagen mit Heizfunktion sind technisch vollwertige Luft-Luft-Wärmepumpen und können eine Gasheizung vollständig ersetzen – insbesondere in Neubauten und sanierten Bestandsgebäuden. Sie verursachen keine direkten CO₂-Emissionen, benötigen keinen Gasanschluss und sind deutlich wartungsärmer. Einschränkungen bestehen hauptsächlich bei der Warmwasserbereitung, die separat gelöst werden muss.
Welche Wärmepumpe ist für ein Einfamilienhaus am sinnvollsten?
Das hängt vom Gebäudezustand ab. Für gut gedämmte Einfamilienhäuser ohne bestehendes Heizkörpersystem ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe oft die wirtschaftlichste Lösung. Bei Gebäuden mit Fußbodenheizung oder bestehender Heizkörperstruktur kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sinnvoller sein. Entscheidend sind Dämmstandard, Heizlast, Nutzungsverhalten und Budget.
Kann man mit einer Klimaanlage auch bei Minusgraden effizient heizen?
Ja. Moderne Inverter-Klimaanlagen sind für den Heizbetrieb bei Außentemperaturen von bis zu –15 oder sogar –20 °C ausgelegt. Dank fortschrittlicher Verdichtertechnik und intelligenter Abtauzyklen bleibt die Effizienz auch im Winter hoch. In mitteleuropäischen Klimazonen ist der Heizbetrieb mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe daher problemlos möglich.
Welches Heizsystem ist zukunftssicher ohne Gas und Öl?
Elektrische Wärmepumpensysteme gelten als die zukunftssichersten Heizlösungen. Besonders Luft-Luft- und Luft-Wasser-Wärmepumpen erfüllen die Anforderungen der Energiewende, sind GEG-konform und vollständig fossilfrei. In Kombination mit Photovoltaik entsteht ein nachhaltiges, strombasiertes Heizsystem mit hoher Versorgungssicherheit.
Ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe wirtschaftlich im Vergleich zu Gas oder Stromdirektheizung?
Ja. Im Vergleich zur Gasheizung profitiert die Luft-Luft-Wärmepumpe von geringeren Betriebskosten, keiner CO₂-Abgabe und niedrigeren Wartungskosten. Gegenüber Stromdirektheizungen ist sie deutlich effizienter, da sie aus 1 kWh Strom ein Mehrfaches an Wärme erzeugt. Langfristig ist sie damit eine der wirtschaftlichsten Heizlösungen für geeignete Gebäude.





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